@ Radio:
Du müßtest mal mitteilen, was Du überhaupt erreichen willst. Mögliche Ziellrichtungen:
- sparen
- Umwelt schonen
- angeben / soll nett aussehen / soll leise sein
Sparen:
- kaufe eine mittelalte WM aus den Zeiten, als die Hersteller die Dinger noch nicht kaputtgespart haben
- vorzugsweise eine defekte, mit einem Fehlerbild, wo man in etwa weiß, was auf einen zukommt
- die Bucht und die lokalen Käseblättchen sind voll damit - 1 Euro mit Selbstabholung 3-2-1-meins
- mit etwas Glück und Bastlergeschick hält man das Ding noch etliche Jahre mit geringen Investitionen am Leben
- bezogen auf den Neupreis selbst einer besonders preisgünstigen WM wäscht du in den nächsten Jahren bzgl. Strom, Wasser, Waschmittel etc. quasi kostenlos
Umweltschutz:
- Verfahrensweise s.o.
- die Herstellung einer WM wird wohl viele kWh und Ressourcen verbrauchen - dafür kann eine vielleicht nicht ganz so effektive WM noch sehr, sehr lange laufen - was die Beruhigung des grünen Gewissens betrifft
- im übrigen basieren die beworbenen Einsparungen beim Wasser- und Stromverbrauch der neueren Maschinen auf immer geringerem Flottenvolumen - eines Tages kommt wohl noch eine Maschine auf den Markt, welche die Wäsche nur noch ausstaubt...
- entweder wird die Wäsche nicht richtig sauber, wird mehr strapaziert oder die Waschmittelreste werden nicht gut genug ausgespült
- gerade letzteres ist sehr fragwürdig, wenn einem seine Gesundheit am Herzen liegt
Viel umwelt- und geldbeutelschonender ist vielleicht ein anderes Herangehen:
- nicht exzessiv waschen - vieles wird da heute extrem übertrieben; auch mit dem Ergebnis einer extremen Lebesdauerreduzierung der Textilien und einer zunehmenden Zahl von Hauterkrankungen
- Wäsche vernünftig sortieren, so daß man bzgl. Waschmitteldosierung und Waschtemperatur minimieren kann
- vorzugsweise pflegeleichte Textilien kaufen
- auf Trockner und ggf. auch bügeln so weit wie möglich verzichten - es gibt eine geniale Erfindung unserer Altvorderen: Wäscheleine und Klammern
- wenn man an einem windigen Tag die Wäsche auf der Leine trocknet, spart man auch gleich den Weichspüler, welcher für Haut und Wäsche sowieso eine fragwürdige Sache ist
Technisch hat sich im technologischen Ablauf der Haushaltswaschtechnik in den letzten Jahrzehnten nicht viel getan. Was wirklich kosten- und verbrauchsreduzierend wäre - nämlich eine intelligente Wiederverwendung der Flotten wie in Großwäschereien - gibt es da nicht. Aber ich habe das so eine Idee...
Angeben etc.:
Wenn die WM im Badezimmer steht, nervt der kleinste sichtbare Rostfleck oder Kratzer. Da stellt man sich schon gern was nettes rein - je nach Mentalität auch etwas, was bei Feierlichkeiten etc. die Besucher des stillen Örtchens beeindrucken soll. Dafür ist Miele unschlagbar...
Bei sensiblen oder streitsüchtigen Nachbarn in einem Wohnregal kann die Geräuschentwicklung ein zentrales Thema sein.
Allgemein zur Qualität:
Miele ist sozusagen der Einäugige unter den Blinden. Bei Miele ist lange nicht mehr alles "aus dem Vollen gefräst" und die Kisten gegen inzwischen gar nicht mal so selten schon in jungen Jahren kaputt. Im Durchschnitt sicherlich etwas später bzw. seltener als der Rest - aber eben doch kaputt. Reparaturen und Ersatzteile sind sehr teuer. Bei den Massenprodukten von BSH & Co. kann man dann eher auf ET von günstigen Zweitanbietern oder Gebrauchtteile ausweichen. Bei Miele paßt oft nur DAS O-ET von Miele.
BSH: Früher waren die in der Grundsubstanz immerhin so lala und hatten einige wenige Sollbruchstellen, welche mit erträglichem Aufwand repariert werden können - an erster Stelle wohl die Laugenpumpen. Die bekommt man auch an den Wucherpreisen von BSH vorbei von diversen Anbietern - ggf. mit etwas Improvisationstalent paßt auch allerlei kreuz und quer.
Eine WM mit Kunststoffbottich ist quasi ein Wegwerfteil und das sollte einem vor dem Kauf klar sein. Wenn die Trommellager jenseits der Garantie aufgeben, war's das i.d.R. Die für die Reparatur zumindest regulär erforderlichen Halbbottiche kosten ein Schweinegeld und die Reparatur ist auch montagemäßig recht aufwendig. Spätestens, wenn man einen Monteur damit beauftragen muß, rechnet sich das kaum noch.
Miele ist m.W. die letzte wesentliche WM-Fa. am deutschen Markt, die noch Edelstahlbottiche verbaut. Wie ich unter der Hand erfahren habe, experimentieren sie auch mit KS-Bottichen, so daß es wohl nur eine Frage der Zeit ist.
Kunststoff ist ja grundsätzlich keine schlechte Sache. Es gibt im Bereich der Bottiche schon Vorteile bzgl. Geräuschdämmung, Wärmeisolierung und idealer Formbarkeit (Reduzierung des Flottenvolumens). Aber an dieser hochbelasteten Stelle verwenden die Hersteller Polypropylen (PP) - das billigste vom billigen. PP kann man nicht kleben. Unter den Bedingungen in einer WM altert es zudem rasch. Das Ende ist also auch jenseits der ggf. eingegossenen Kugellager und Wellendichtringe absehbar - insbesondere wenn man viel heiß wäscht.
Übel finde ich das Marketinggesülze der Hersteller, wenn sie von "Carbonbottich" faseln. Das sollte verboten werden, weil es eine bewußte Irreführung der Kunden ist, um einen hochwertigen Kunststoff zu suggerieren.
Ein Edelstahlbottich kann übrigens genauso kaputtgespart und minderwertig ausgelegt werden. Bei den Geschirrspülern nenne ich das gern "Dünnblechkrankheit". Inzwischen werden ja auch die Trommeln der WM immer dünnwandiger und enthalten etliche Kunststoffteile.
Letztendlich haben die sogen. Markenhersteller (ggf. Miele ausgenommen) dafür gesorgt, daß ihre Produkte so minderwertig und fehleranfällig geworden sind, daß sie sich nicht mehr wesentlich von den immer besser werdenden "Billigprodukten" unterscheiden. Und ab hier ist Miele wieder dabei: Eine theoretisch gegebene ET-Verfügbarkeit muß man im Kontext mit dem Preis der ET relativ zu einem Neugerät sehen. Wer nicht selbst schrauben kann, hat in dieser Wirtschaftlichkeitsbetrachtung noch viel eher verloren.
So gesehen ist wahrscheinlich eine preisgünstige WM mit möglichst langer Garantie und gutem "Leumund" bzgl. der Fehleranfälligkeit die kostengünstigste Variante, wenn es ein Neugerät sein soll. BSH gibt m.W. nur die gesetzlich minimal geforderte Garantie von 2 Jahren. Die wissen schon warum, denke ich. Die ET-Abzocke gehört wie bei den Autoherstellern fest zum Vermarkungskonzept.
Gruß
Thomas