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Monday, July 27th 2009, 10:55am

Siemens Mikrowellenbackofen HB86Q560/01 dreht den Teller nicht mehr

Hallo,
war am WOE bei Freunden eingeladen und sollte mir mal den defekten Mikrowellen Backofen anschauen. Der Drehteller dreht ohne Beladung, mit aber nicht mehr. Habe den Teller mal von Hand bewegt und meine das dort Zahnräder im Spiel sind von denen zumindest eins wohl beschädigt ist.
Habe mir auf der Siemens Homepage die Explosionszeichnung der MW angesehen und konnte dort nur einen Motor als Drehtellerantrieb erkennen.( Motor - Artikel-Nr. : 417710 ) Hat jemand eine Ahnung ob der die Fehlerursache ist, oder ob es an der Spannungsversorgung liegen kann. Problem ist, der Freund wohnt nicht direkt um die Ecke und benutzt den Ofen jeden Tag. Zudem ist das Ding auch noch eingebaut und da wär es schon prima wenn man nach der Demontage sofort das defekte Teil zur Hand hätte und wechseln könnte!!
Schon mal Danke für Eure Hilfe!!
Gruß
zorro

Ach ja: Siemens E-Nr. HB86Q560/01 FD 8310000527

2

Monday, July 27th 2009, 6:25pm

Hallo ins Forum,

keiner ne Ahnung zu dem Teil???

Gruß

zorro

Prinz

Sage

Posts: 5,275

Location: Gifhorn und Wolfenbüttel

Occupation: Armer Hausgeräte Techniker

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3

Tuesday, July 28th 2009, 6:39am

Moin
Ahnung schon.
Du geeignete Meßgeräte zur Leckstrahlenmessung?
mfg
Nur für nicht Mutige :P
1.Freischalten
2.Gegen Wiedereinschalten sichern
3.Spannungsfreiheit allpolig feststellen
4.Erden und kurzschließen
5.Benachbarte, unter Spannung stehende Teile abdecken oder abschranken
hausgeraeteklinik@t-online.de aber nur anschreiben wenn es wichtig ist und spam dürft Ihr behalten :aufreg:

4

Tuesday, July 28th 2009, 12:02pm

Hallo Prinz,

habe ich natürlich nicht! Wollte auch nur den defekten Motor?/ defekte Antriebszahnräder? wechseln und nicht am Magnetron spielen. Und was ich aufschraube, schraube ich auch wieder zusammen wie vorher! ( Hab mal R&F Techniker gelernt und also schon etwas Ahnung von Elektriktrick.)

Gruß

zorro

Thomas.B

Professional

Posts: 741

Location: Deutschland

Occupation: Entw.-Ing.

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5

Tuesday, July 28th 2009, 2:10pm

@ zorro57:
Die kleinen Getriebemotoren mit Synchronmotor sind offenbar Standardteile und kreuz und quer in alle möglichen Marken und Typen eingebaut. Die Mitnehmer aus Kunststoff sind unterschiedlich - da gibt es einige Varianten, die sich die Hersteller ausgedacht haben, damit nicht die Teile vom Wettbewerb passen - vor allem die Teller nicht. Den KS-Mitnehmer solltest Du mal abziehen und prüfen, ob der nicht überdreht ist (abgeflachte Welle). Das kann auch ein Laie am Telefon "ferngesteuert" machen.
Wenn es die Zahnräder sind, brauchst Du den Getriebemotor neu. Die sind zugebörtelt und selbst wenn man die Dinger aufkriegt, bekommt man keine Einzelteile.
Um den Motor abzubauen, muß die untere Verkleidung ab. Beim manchen MW muß auch der Garraum vom unteren Gehäuseteil gelöst und leicht angehoben werden - Magnetron, Kabel etc. bleiben dran - ist nicht so aufwendig, wie es klingt.
Mit dem defektem Getriebemotor und etwas Werkzeug (u.a. Torxbits mit Loch...) besuchst Du am besten den Wertstoffhof Deines Vertrauens und fledderst ein paar MW-Leichen. Wenn man ein paar Euro in die Kaffeekasse spendet, darf man auch mal wiederkommen.

Plan B: Bild vom defekten Motor hier einstellen. Irgendwer wird schon so ein Ding haben und es Dir für einen Obolus + VK zuschicken. Ich habe z.B. 2...3 solche Motore - wenn einer paßt, kannst Du den haben.

Leckstrahlenmessung:
Ein ewiges Thema bei MW-Reparaturanfragen. Als RFT solltest Du wissen, was Du tust. Solange man nicht am Türmechanismus arbeitet bzw. die MW mechanisch beschädigt ist, kann man sich unabhängig von den Vorschriften für Profis überlegen, ob und ggf. wie man das löst. Man kann sich ein einfaches Leckstrahlenprüfgerät kaufen, eins selber bauen oder nur zur Messung eine Werkstatt aufsuchen - das sollte ja nicht die Welt kosten.
Oder Du machst es wie meinereiner:
- Multimeter mit Meßkabeln in DC mV-Bereich.
- schnelle Diode an Meßkabel anschließen und diese als Sensor verwenden
- am besten gehen Germanium-Demodulationsdioden, aber eine 1N4148 o.ä. tut es auch - das Meßgerät zeigt dann eben weniger an
- Meßaufbau "eichen" indem man die Diode direkt an die Scheibe hält - Wert merken - ringsum am Türspalt sollte es nicht wesentlich mehr sein - fertich

Wenn die Tür richtig schließt und die Erdungsmaßnahmen über Scharniere und Schloß einwandfrei sind, muß man sich auch keine Sorgen machen. Auch bei sehr hohen Frequenzen funktioniert ein Faradayscher Käfig noch. Die max. zulässige "Maschenweite" kann man am Lochblech des Sichtfensters abschätzen. Mikrowellen arbeiten mit 2,455 GHz, was einer Wellenlänge von 12cm entspricht. Die Maschenweite eines Faradayschen Käfiges sollte relativ zur Wellenlänge klein sein - Faustregel 1/10 oder eben kleiner. Die Bohrungen im Lochblech haben geschätzt 3mm.
Die Türdichtung selbst ist eine Resonanzdichtung. Solange da nicht wirklich etwas deutlich sichtbar verbogen ist oder die Tür wirklich einen Spalt offensteht, passiert da nichts. Es ist keine Dichtung für Gas oder Flüssigkeit, die bei geringsten Unregelmäßigkeit leckt. Völlig dicht ist sie hingegen nie. Deshalb sollte man sich einer in Betrieb befindlichen Mikrowelle auch nicht längere Zeit nähern. Ein Abstand von 30...50cm ist bereits ausreichend. Die äußere Scheibe ist nur ein "Mindestabstandshalter" vom Lochblech. Natürlich darf diese Scheibe auch aus Acrylglas sein - von mir aus auch aus Holz, Blech etc. wenn man auf die optische Überwachung verzichten kann...

Gruß
Thomas

This post has been edited 2 times, last edit by "Thomas.B" (Jul 28th 2009, 2:47pm)


Siematicer

Techniker

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Location: NRW

Occupation: Kundendiensttechniker

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6

Tuesday, July 28th 2009, 5:04pm

Wow


der will doch nur den Antriebsmotor wechseln :thumbsup:

- Gerät auf den Rücken legen
- mittig sitzt ein Blech welches an den voreingestantzten Befestigungen mit einem Seitenschneider abgetrennt wird
das Blech wird später andersherum wieder eingesetzt und mit 2 Schrauben neu befestigt.

Der syncromotor ist nur mit 2 Schrauben befestigt.
Bitte Originalteil nehmen - da der Dom unterschiedlich ausgeführt ist.
und nicht vergessen IMMER SPANNUNGSLOS ARBEITEN :grab:

Thomas.B

Professional

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Occupation: Entw.-Ing.

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7

Tuesday, July 28th 2009, 9:20pm

@ Siematicer:
Ach, na ja, es ist so über mich gekommen. Irgendwie ist das immer das gleiche mit der Leckstrahlenmessung und man kommt vor lauter erhobenen Zeigefingern gar nicht so richtig zum Thema. Die Idee war, das durch ein paar sachliche Anmerkungen mal wieder in vernünftige Bahnen zu lenken. Wie ich schon einmal schrieb: " Eine Mikrowelle zwar sicherheitstechnisch nicht unproblematisch, aber auch keine Bombe - obwohl in so einem Film mit Steven Seagal..."

Gruß
Thomas

Prinz

Sage

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Location: Gifhorn und Wolfenbüttel

Occupation: Armer Hausgeräte Techniker

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8

Wednesday, July 29th 2009, 5:48am

Moin
@Thomas.B ist aber net sehr sicher diese Art der Messung ;)

Für alle die kein geeignetes Meßgerät haben greife Ich mal in die Trickkiste.
Das einfachste Leckstrahlenmeßgerät ist ein Wlan Finder Wlan Netze strahlen auf der selben Frequenz ist das Gerät dicht zeigt das Gerät keinen Ausschlag
ansonsten wird was angezeigt. In wie weit sich das Gerät allerdings im Grenzbereich befindet kann man nur mit einem geeigneten hochwerigen Meßgerät messen.
Gut funktioniert das Gerät von ELV entweder als Bausatz (sollte man dann allerdings genau auf Funktion prüfen) oder als Fertiggerät.

Aber wie gesagt richtige Sicherheit bekommt man nur bei hochwertigen Meßgeräten.
mfg
Nur für nicht Mutige :P
1.Freischalten
2.Gegen Wiedereinschalten sichern
3.Spannungsfreiheit allpolig feststellen
4.Erden und kurzschließen
5.Benachbarte, unter Spannung stehende Teile abdecken oder abschranken
hausgeraeteklinik@t-online.de aber nur anschreiben wenn es wichtig ist und spam dürft Ihr behalten :aufreg:

9

Wednesday, July 29th 2009, 10:04am

Hallo und vielen Dank für Eure Mühe!

Hatte schon fast befürchtet das die Leckstrahlenmessungsdisskussion wieder durchbricht ( der Thread war ja super lang....)

Wie gesagt, ich möchte nur das defekte Bauteil wechseln und keine neue MW bauen; und meine Freunde umbringen sowieso nicht ;)

@Thomas.B: Danke für Deinen sehr ausführlichen Beitrag und dafür, das Du versuchst die Sache immer auf ein auch für "Nichtfachleute" sinnvolles Maß zurückzubringen. Der Hobbyschrauber ist nicht immer mit allem überfordert, er benötigt häufig nur einen Tip. weil er eben nicht wie die Profis jeden Tag so eine Kiste aufmacht.

@siematicer: der Motor ist häufiger defekt? Der bekommt nur 230 Volt muß laufen und fertig? Oder ist da noch eine Leistungselectronic vorgeschaltet in der ein Fehler sitzen kann?

Wie schon geschrieben: möchte das neue Teil kaufen, hinfahren , einbauen, fertig :D

Gruß

zorro57

Thomas.B

Professional

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10

Wednesday, July 29th 2009, 10:40am

@ Prinz:
Das mit dem WLAN-Finder ist sicher eine Idee, aber wegen einer beteiligten automatischen Verstärkungsregelung so eine Sache. Die etwaigen Pegelverhältnisse müssen logisch von der AGC zurückgelesen werden. Damit erzeugt auch die übliche PC-Software diese gering aufgelösten Balkendiagramme. Jedes 5-Euro-DMM ist um Welten genauer. Ferner dürfte dieser Aufbau wenig selektiv sein. Man würde nur erkennen, daß die MW mehr abstrahlt, als normal ist - wo genau, bleibt wahrscheinlich die Frage. Ferner ist bei einem tatsächlichen Leck wahrscheinlich ganz schnell der WLAN-Finder in den ewigen Jagdgründen und zeigt dann auch nichts mehr an.

Eine primitive Detektorschaltung hat diese Unwägbarkeiten nicht. Auch wenn ich noch nie etwas gefunden habe, bin ich sicher, daß ich damit die Leckstelle zentimetergenau orten könnte.

Bei in Betrieb befindlicher MW zeigt dieser Detektor immer etwas an, wenn man die Diode dicht an der Tür positioniert. Da man sich optisch leicht davon überzeugen kann, daß die Lochblechabschirmung intakt ist, kann man deren "Reststrahlung" als Meßbasis nehmen. Das ist eine sehr zuverlässige Funktionskontrolle des Detektorsystems.

Geräte, die im Normalfall gar nichts anzeigen, sind hingegen bzgl. ihrer Zuverlässigkeit zu hinterfragen. Die sollten dann auch in regelmäßigen Abständen geprüft werden.

Ein teures Gerät bietet also nicht zwangsläufig mehr Sicherheit. Vielleicht ist der Bedienkomfort höher und es sieht wichtig aus, wenn man dem Kunde für die Messung ein paar Euro extra abknöpfen will.
Preiswerte MW-Detektoren werden kaum anders funktionieren - Detektordiode, vielleicht ein kleiner Verstärker, Drehspulinstrument oder ein paar LED's.
MW-Abstrahlungen, die potentiell gefährlich sind, haben zwangsläufig soviel Energie, daß die Erkennung technisch einfach ist.

Und noch einmal: Wirklich 100%-ig HF-dicht ist keine handelsübliche MW-Tür. Das ist aber einerseits ungefährlich und andererseits für unsere Messungen von Vorteil, da man sich keine Sorgen um Funktionskontrolle und Kalibrierung machen muß.

Und mal ehrlich: Wie oft hat Dein Leckstrahlenmessgerät schon Alarm geschlagen, ohne daß der Fehler optisch mehr oder weniger offensichtlich war?
Eine gute Sichtkontrolle der Mechanik und ein sorgfältiges Ausprobieren der Türschloßmimik mit den Mikrotastern ist entscheidend. Fettiger Küchenschmodder könnte da zumindest eine verzögerte Abschaltung bewirken. Ich ziehe die primären Anschlüsse des MW-Trafos ab und schließe statt dessen eine Lampe an. Dann wird bei eingeschaltener "MW" an der Tür "herumgefummelt" - langsamstes Aufziehen und Zudrücken ist besonders interessant. Im Zweifel werden die Mikrotaster gereinigt oder ersetzt. Durch die redundante Verschaltung der Mikrotaster ist dieser Bereich aber auch sehr zuverlässig.
HF-Prüfung - na ja, wenn es eben vorgeschrieben ist: Es dauert nicht lange und kostet kaum etwas, schaden kann es nicht. Warum nicht.

Und noch einer Legende geht es jetzt an den Kragen:
Natürlich kann man unter Servicebedingungen eine MW ohne äußere Abdeckung betreiben. Wie sollte man sonst daran arbeiten und verschiedene Dinge ausprobieren. HF-mäßig ist das absolut kein Problem, solange das Magnetron an seinem Platz bleibt und der Garraum mechanisch unbeschädigt ist. Gefährlich ist es in elektrischer Hinsicht durchaus: Netzspannung überall und als besonderen "auf gar keinen Fall anfassen"-Bereich gibt es die Hochspannungserzeugung für das Magnetron. Selbstverfreilich kann man sich damit ins Nirwana befördern, aber das geht mit vielen anderen Geräten ebenso gut.

@ zorro57:
Zustimmung. Besorge Dir so einen Motor, baue ihn ein und gut ist. Er bekommt 230V ganz oder gar nicht. Es ist ein Synchronmotor. Die Drehzahl so eines Motors kann nur mit erhöhtem technischem Aufwand (Frequenzumrichter) geregelt werden und so etwas ist da ganz sicher nicht verbaut. Oft ist der Motor parallel zur Garraumbeleuchtung geschalten.
Und keine Panik, wenn der Motor respektive Teller mal in eine und mal in die andere Richtung dreht. Bei einphasig betrieben Synchronmotoren ohne spezielle Anlaufhilfen ist das normal. Der stehende Rotor "zittert" Sekundenbruchteile im rotierenden Feld, dem er noch nicht zu folgen vermag, bis er sich stochastisch für eine Richtung "entscheidet" und zunehmend mitgenommen wird. Bei einem "angefressenen" nachgeschaltetem Getriebe kann es durchaus sein, daß es in eine Richtung noch zufriedenstellend funktioniert und die andere eben nicht...

Wegen der weiten Fahrerei zu Deinen Freunden lohnt wahrscheinlich auch der Kauf eines Original-ET. Das sollte dann definitiv passen. Ansonsten gehen die Getriebemotoren selten kaputt und unterliegen auch nur einem geringen Verschleiß. Ein Gebrauchtteil ist kaum weniger zuverlässig, als ein Neuteil.

Gruß
Thomas

11

Thursday, July 30th 2009, 9:47pm

Hallo,

hier nur mal eine Rückmeldung zum Gerät.

Es ist alles von Siematicer hervoragend beschrieben worden! (Ausnahme: bei diesem Gerät wurde aber das zuvor gelöste Blech nur mit einer Schraube wieder befestigt. :D )

Den Motor habe ich auseinandergenommen, der Fehler ist das das Gegenlager des Abtriebritzels (aus Kunststoff) weggebrochen war und deshalb das Ritzel nicht mehr richtig angetrieben wurde.

Neuer Motor bestellt und den kann sogar mein Freund einbauen ;)

Danke nochmal an alle für die Hilfestellung!

Gruß

zorro57