@ Prinz:
Das mit dem WLAN-Finder ist sicher eine Idee, aber wegen einer beteiligten automatischen Verstärkungsregelung so eine Sache. Die etwaigen Pegelverhältnisse müssen logisch von der AGC zurückgelesen werden. Damit erzeugt auch die übliche PC-Software diese gering aufgelösten Balkendiagramme. Jedes 5-Euro-DMM ist um Welten genauer. Ferner dürfte dieser Aufbau wenig selektiv sein. Man würde nur erkennen, daß die MW mehr abstrahlt, als normal ist - wo genau, bleibt wahrscheinlich die Frage. Ferner ist bei einem tatsächlichen Leck wahrscheinlich ganz schnell der WLAN-Finder in den ewigen Jagdgründen und zeigt dann auch nichts mehr an.
Eine primitive Detektorschaltung hat diese Unwägbarkeiten nicht. Auch wenn ich noch nie etwas gefunden habe, bin ich sicher, daß ich damit die Leckstelle zentimetergenau orten könnte.
Bei in Betrieb befindlicher MW zeigt dieser Detektor immer etwas an, wenn man die Diode dicht an der Tür positioniert. Da man sich optisch leicht davon überzeugen kann, daß die Lochblechabschirmung intakt ist, kann man deren "Reststrahlung" als Meßbasis nehmen. Das ist eine sehr zuverlässige Funktionskontrolle des Detektorsystems.
Geräte, die im Normalfall gar nichts anzeigen, sind hingegen bzgl. ihrer Zuverlässigkeit zu hinterfragen. Die sollten dann auch in regelmäßigen Abständen geprüft werden.
Ein teures Gerät bietet also nicht zwangsläufig mehr Sicherheit. Vielleicht ist der Bedienkomfort höher und es sieht wichtig aus, wenn man dem Kunde für die Messung ein paar Euro extra abknöpfen will.
Preiswerte MW-Detektoren werden kaum anders funktionieren - Detektordiode, vielleicht ein kleiner Verstärker, Drehspulinstrument oder ein paar LED's.
MW-Abstrahlungen, die potentiell gefährlich sind, haben zwangsläufig soviel Energie, daß die Erkennung technisch einfach ist.
Und noch einmal: Wirklich 100%-ig HF-dicht ist keine handelsübliche MW-Tür. Das ist aber einerseits ungefährlich und andererseits für unsere Messungen von Vorteil, da man sich keine Sorgen um Funktionskontrolle und Kalibrierung machen muß.
Und mal ehrlich: Wie oft hat Dein Leckstrahlenmessgerät schon Alarm geschlagen, ohne daß der Fehler optisch mehr oder weniger offensichtlich war?
Eine gute Sichtkontrolle der Mechanik und ein sorgfältiges Ausprobieren der Türschloßmimik mit den Mikrotastern ist entscheidend. Fettiger Küchenschmodder könnte da zumindest eine verzögerte Abschaltung bewirken. Ich ziehe die primären Anschlüsse des MW-Trafos ab und schließe statt dessen eine Lampe an. Dann wird bei eingeschaltener "MW" an der Tür "herumgefummelt" - langsamstes Aufziehen und Zudrücken ist besonders interessant. Im Zweifel werden die Mikrotaster gereinigt oder ersetzt. Durch die redundante Verschaltung der Mikrotaster ist dieser Bereich aber auch sehr zuverlässig.
HF-Prüfung - na ja, wenn es eben vorgeschrieben ist: Es dauert nicht lange und kostet kaum etwas, schaden kann es nicht. Warum nicht.
Und noch einer Legende geht es jetzt an den Kragen:
Natürlich kann man unter Servicebedingungen eine MW ohne äußere Abdeckung betreiben. Wie sollte man sonst daran arbeiten und verschiedene Dinge ausprobieren. HF-mäßig ist das absolut kein Problem, solange das Magnetron an seinem Platz bleibt und der Garraum mechanisch unbeschädigt ist. Gefährlich ist es in elektrischer Hinsicht durchaus: Netzspannung überall und als besonderen "auf gar keinen Fall anfassen"-Bereich gibt es die Hochspannungserzeugung für das Magnetron. Selbstverfreilich kann man sich damit ins Nirwana befördern, aber das geht mit vielen anderen Geräten ebenso gut.
@ zorro57:
Zustimmung. Besorge Dir so einen Motor, baue ihn ein und gut ist. Er bekommt 230V ganz oder gar nicht. Es ist ein Synchronmotor. Die Drehzahl so eines Motors kann nur mit erhöhtem technischem Aufwand (Frequenzumrichter) geregelt werden und so etwas ist da ganz sicher nicht verbaut. Oft ist der Motor parallel zur Garraumbeleuchtung geschalten.
Und keine Panik, wenn der Motor respektive Teller mal in eine und mal in die andere Richtung dreht. Bei einphasig betrieben Synchronmotoren ohne spezielle Anlaufhilfen ist das normal. Der stehende Rotor "zittert" Sekundenbruchteile im rotierenden Feld, dem er noch nicht zu folgen vermag, bis er sich stochastisch für eine Richtung "entscheidet" und zunehmend mitgenommen wird. Bei einem "angefressenen" nachgeschaltetem Getriebe kann es durchaus sein, daß es in eine Richtung noch zufriedenstellend funktioniert und die andere eben nicht...
Wegen der weiten Fahrerei zu Deinen Freunden lohnt wahrscheinlich auch der Kauf eines Original-ET. Das sollte dann definitiv passen. Ansonsten gehen die Getriebemotoren selten kaputt und unterliegen auch nur einem geringen Verschleiß. Ein Gebrauchtteil ist kaum weniger zuverlässig, als ein Neuteil.
Gruß
Thomas