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Thursday, September 18th 2008, 12:28pm

Elektroherd: Backröhre löst nach einiger Zeit FI-Schutzschalter aus

Hallo Forum!

Wir haben vor 1/2 Jahr einen fast unbenutzten E-Herd von Siemens geschenkt bekommen.

E-Nr HN23520, Typ HST5002G

Die Backröhre hat von Anfang an immer den FI ausgelöst wenn sie für eine Weile an war (2-3 Minuten).

Der Elektriker hat uns damals gesagt, dass vielleicht der Quarzsand wo das Heizelement drin liegt noch feucht ist, weil der Herd vorher für einige Zeit im Keller stand, und wir sollen eine Weile warten und den Herd abundzu anschalten, damit das trocknet. Das hat aber nicht geholfen, weshalb ich im Sicherungskasten sicherheitshalber die Sicherung der Röhre ausgeschaltet hab.

Die Herdplatten funktionieren seit 1/2 Jahr super.

Die Wohnung hat eine neue Elektroinstallation, d.h. Sicherungskasten
mit 3 Sicherungen für den Herd und FI-Schutzschalter für die ganze
Wohnung. Der Hausanschluß (Mehrfamilienhaus) ist ebenfalls neu, doch
dazwischen ist im Treppenhaus noch alte DDR-Verkabelung mit
Schraubsicherungskasten. Dort hat unsere Wohnung eine 25A-Sicherung.



Der Herd ist an einer neuen Herdanschlußdose und mit allen 3 Phasen
angeklemmt. Er hat 5 Klemmen, Kl. 1-3 sind für die 3 Phasen, Klemme 5 ist für den Nullleiter und zwischen Klemme 4 und 5 ist eine Brücke. Diese Anschlussweise ist auch hinten aufgedruckt für den Fall von 3-Phasen-Wechselstrom.

Zwischen den 3 Phasen liegen jedoch 0V AC und von den Phasen zu N
liegen bei jeder Phase 230V AC an. Also kein Drehstrom. Jede der 3 Phasen hat aber ihre
eigene Sicherung - schaltet man eine davon aus, dann geht das
zugehörige Plattenpaar nicht bzw. die Backröhre.

Nun habe ich keine Geduld mehr und bevor wir uns einen neuen Herd kaufen, habe ich nochmal in den Herd hineingesehen.

Fazit: er hat kein in Sand eingelegtes Heizelement, sondern spriralförmiger Heizdraht, der mit kleinen Keramikhülsen isoliert ist, und einfach in einer Rinne im Blech unter der Röhre aufliegt. Die Hülsen sind alle intakt, ich fand sie nur ein wenig "locker", d.h. es würde bestimmt noch eine dazwischen passen. Kann mir aber nicht vorstellen, dass es zu einem Kurzschluss kommen kann.

Das zweite Heizelement ist offen an der Decke der Röhre und von der Art eines Tauchsieders (Heizdraht mit Isolierung in Metallrohr). Ich glaube nicht dass es kaputt ist, weil die Zeit bis der FI auslöst ist ziemlich unabhängig davon, ob die Röhre warm ist. (Sowohl Ober- als auch Unterhitze funktionieren!)

Sagen in diversen Foren Threads zu diesem Thema, dass ein E-Herd sowieso nicht an den FI gehört, da er fest installiert ist und auf Grund der Leistung auch grössere Fehlerströme möglich sind.

Ich könnte also den Vermieter bitten, den Elektriker den Herd vom FI nehmen zu lassen. Was haltet Ihr davon?

Zum FI ist noch anzumerken, dass er sich gar nicht testen lässt! Der Testknopf ist wirkungslos. Der Elektriker (der auch für die Verkabelung verantwortlich ist) meinte, das sei nicht schlimm - der FI funktioniere trotzdem - erst der Vermieter die Hausverkabelung komplett neu machen lässt (DDR-Technik weg, Drehstrom usw., Zeitpunkt steht in den Sternen), würde der Testschalter den FI auslösen. :whistling:

Liebe Grüße und Danke für jeden Tipp,
Andreas

Bluebunny

Techniker

Posts: 2,593

Occupation: Servicetechniker für Melkroboter

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2

Thursday, September 18th 2008, 3:15pm

Die Heizungen bestehen aus Glühwendeln die in einer Keramikmasse in das Rohr vergossen sind. Wird der Herd längere Zeit nicht benutzt sammelt sich in dieser Keramikmasse Feuchtigkeit. Was dazu führt das der FI anspricht. Man kann versuchen die Heizungen wieder "trocken zu heizen". Dabei steht dann allerdings der gesamte Herd unter Spannung. Wenn überhaupt ist das Arbeit für einen Profi. Ob das was bringt kann dir auch niemand versprechen, es hilft nicht immer.

Bei dem FI-Schalter wird es sich wohl um einen dreiphasigen handeln der nur einphasig angeschlossen ist. Für die eigentliche Funktion des FI-Schalters ist das zwar egal, aber jemand der seinen Job ernst nimmt kann den auch so anschließen das der Taster für den Test auch in diesem Fall funktioniert. Zu meiner Zeit hätte man jemanden der Prüfvorrichtungen außer Betrieb setzt als Pfuscher bezeichnet. Wenn ich mir allerdings heutige Installationen auf dem einen oder anderen Neubau betrachte darf man sowas wohl nicht mehr so eng sehen.

Bluebunny

Posts: 14,879

Location: Hockenheim

Occupation: Hausgerätetechniker und Technischer Redakteur

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3

Thursday, September 18th 2008, 9:21pm

Hallo,

lass unbedingt die Installation überprüfen! Ich fürchte, dass hier der Herd mit 3x16 A abgesichert ist, aber nur auf Wechselstrom angeschlossen ist. Hierbei wird der Neutralleiter gnadenlos überlastet - Brandgefahr!

Christian

4

Sunday, September 21st 2008, 3:45pm

Hallo und vielen Dank für die Antworten!

Bluebunny: das mit dem trocken heizen haben wir schon ein paar Mal versucht, scheinbar erfolglos. Nachdem ich jetzt vom Herd mal die Rückwand abhatte und gesehen habe, wie es darin aussieht, ist mir ein Austausch des Heizelements jedoch zu riskant.

@Christian: meinst Du Überlastung wegen der fehlenden Phasenverschiebung zwischen den 3 Phasen? Bei 1-phasigem Anschluss und entsprechend gesetzter Brücke am Ofen würde es doch aber auf das selber herauskommen, oder?

Die Installation ist samt Herdanschluss und Sicherungskasten in der Wohnung komplett neu und schon auf Drehstrom vorbereitet. Nur die Strecke von der Wohnung zum Hausanschluss ist noch nicht saniert, d.h. vom Sicherungskasten der Wohnung geht es in das Treppenaus, dort ist der Stromzähler und eine 25A-Sicherung. Von dort geht es dann zum Hausanschluss (Drehstrom, mit 3x35A abgesichert). Es ist klar, dass so nicht alle 4 Herdplatten und Backröhre gleichzeitig ansein dürfen... bisher hatte ich sicherheitshalber auch die Sicherung der Röhre draussen, damit sie niemand ausversehen einschaltet so lange der FI kommen kann.

Was ist aber nun dran an dem Gerücht, dass es ausreicht, den Herd ganz vom FI zu nehmen und auf die Leitungssicherung zu vertrauen...? Hier ist z.B. eine Diskussion dazu: http://www.foonews.net/de-sci-ing-elektr…icht-am-fi.html

Pro-Argument: Herd ist nicht ortsveränderlich und "darf" gewisse Ableitströme haben, ein FI mit 30mA für die ganze Wohnung sei da zu wenig da auch andere Geräte Ableitströme haben

Andi


EDIT: Ich glaub es waer unfair das zu verschweigen - ich bin dem Thema jetzt hierhin ungezogen weil da sind noch einige Elektriker im Forum: http://forum.electronicwerkstatt.de/phpB…y1_bz0_bs0.html

This post has been edited 1 times, last edit by "andi.k" (Sep 21st 2008, 6:15pm)