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This post has been edited 1 times, last edit by "Prinz" (Jun 12th 2007, 7:04pm)

Quoted
Hat der Akku 3 oder 4 Anschlüsse? Neuere Bosch-Akkus haben z.B. 4 Anschlüsse. Neben Akku+ und Akku- gibt es einen NTC und einen Kodierwiderstand. Mit dem Kodierwiderstand wird dem Ladegerät die Nennspannung des Akkus mitgeteilt.
Statt NTC's gibt es auch oft Thermoschalter. Dann kann die Auswerteschaltung im Ladegerät noch einfacher ausfallen.
Im Grunde genommen ist das aber alles billiger Murks. Der Vorschlag von Bunterhund bzgl. (hochwertigem) Modellbaulader ist gut. Ganz wichtig sind dann aber niederohmige Verbindungen. Da geht es ja bei den billigen Ladeschalen mit spieligen Kontakten und dünnen Drähtchen schon los.
Das schnelle Laden tut den Akku übrigens gut - wenn sie dabei nicht überladen werden. Ein guter Kompromiß aus hohem Ladestrom, geringem Risiko und einfacher Technik ist ein 1h-Ladegerät. Die einfachen Konstruktionen der Akkuwerkzeughersteller arbeiten meistens thermisch. Delta-U lassen sie sich dann schon heftig extra bezahlen, obwohl es eigentlich kein großer Aufwand ist.
Die ganz billigen ungeregelten Ladegeräte mit Steckernetzteilchen sind schlecht für die Lebensdauer der Akkus. Das sollte man auch möglichst nicht nachahmen, wie wynny es vorschlägt. Wenn überhaupt - z.B. als Notbehelf unterwegs - sollte man wenigstens zwischendurch immer mal wieder schnell laden. Ansonsten nimmt der Innenwiderstand der Sinterzellen zu. Im Modellbaubereich ein bekanntes und gut dokumnetiertes Phänomen.
Ich gehe sogar soweit, daß ich die Akkus hin und wieder mit 20...30A "anblase" - das dann aber nur für ein paar Minuten und beim geringstens Anzeichen von Erwärmung ist damit Schluß und es wird mit 1C fertig geladen. Der Ladevorgang eines NiCd-Akkus ist übrigens endotherm - d.h. beim laden kühlt sich der Akku sich eigentlich ab. Innenwiderstandseffekte heben das aber gerade bei hohen Ladeströmen mehr oder weniger wieder auf.
Bei Überladung wird es exotherm. Dadurch sinkt bei einem normalen Ladevorgang für eine Zeit der Innenwiderstand, weil die Zelle den bzgl. des Innenwiderstandes optimalen Temperaturbereich durchläuft, was man elektronisch recht leicht auswerten kann. Das Problem bei der Sache ist eigentlich "nur", daß die Zellen nicht alle zur gleichen Zeit voll werden. Deshalb muß man eigentlich abbrechen, wenn der erste Spannungseinbruch erkannt wird und danach mit "Erhaltungsladung" (ca. 1/10C) noch einige Zeit weiterladen. Die aus Marketinggründen auf extrem kurze Ladezeiten getrimmten Superschnelladegeräte der Akkuwerkzeughersteller sind teilweise als Akkuschinder in Verruf geraten. Ein leicht vorgeschädigter oder auch nur längeren Zeit gelagerter Akkupack wird damit schnell hingerichtet. Das ist allerdings hersteller- und typabhängig und man kann das nicht so pauschal sagen. Reine Softwaresache...
Grundsätzlich kann man den Ladeschluß also durchaus thermisch erkennen - hat aber immer einen Zeitverzug gegenüber Delta-U - insbesondere, wenn es nur einen Temperatursensor für einen ganzen Akkupack gehen muß. Um so schneller man lädt, desto riskanter wird das rein thermische Verfahren.
Ein relativ einfacher Aufbau eines Eigenbau-Delta-U-Ladegerätes gelingt mit dem MAX712 - wenn Du basteln möchtest.
Bei NiMH sind die Verhältnisse schwieriger. Diese Zellen sind nicht so robust gegen Überladung und das endotherme Verhalten ist viel weniger stark ausgeprägt. Genau genommen müßten da Teile des Ladecontrollers in den Akkupack verlegt werden, wie das z.B. bei Notebookakkus oder größeren Li-Ion-Akkus gemacht wird bzw. werden muß.
Gruß
Thomas
hallo schraubix,
Der defekte, wiederbelebte Akku - Pack zeigt die beschiebenen Eigenschaften, die Ladung hält nicht sehr lange und die Kapazität ist auch spürbar kleiner als bei dem anderen Pack.
Du schreibst: Ideal wäre es, den Pack zu öffnen und sich die jeweiligen Zellen einzeln vorzunehmen.
Das würde ich gerne machen, aber wie funktioniert das in der Praxis? Die Lötfahnen der einzelnen Zellen sind punktverschweißt. Vielleicht kann ich sie noch ohne größere Beschädigung voneinander trennen, aber nach Prüfung der einzelnen Zellen und Ersatz der Defekten wieder verbinden übersteigt meine Möglichkeiten.
Löten mit einem 50 W Kolben geht wahrscheinlich nicht und punktschweißen wüsste ich nicht wie ich machen soll.
Gibt es eine Rettung oder soll ich doch besser den Akku Pack ersetzen?
mfg
Josef K.
This post has been edited 1 times, last edit by "schraubix" (Nov 13th 2008, 11:24am)