@ ThomasE.:
Das wird soweit alles in Ordnung sein. Die Rohre sind sauber und wenn der Schwarzarbeiter einmal pro Jahr seine Eisenbommel mit Bürste in den Schlot schmeißt und wieder hochzerrt, sollte das proforma auch reichen. Ich lasse nur alle 2 Jahre kehren - bezahle aber selbstverfreilich jährlich... Krümelergiebigkeit: ein halber Eimer - wenn es hoch kommt.
Zur Gasheizung: Da muß normalerweise nicht gekehrt werden. Der für mich zuständige Kehrblockwart hat eine Gummimurmel für sein Seil, die er herabläßt und wieder hochzieht. Zweifelhafter Zweck des (Schau-) Spielchens ist, die Freiheit des Kamins zu prüfen - es könnten sich ja ein paar Piepmätze häuslich eingerichtet haben. Machen die bestimmt gerne, wenn selbst im Sommer einmal am Tag die Gastherme startet - so ist das bei Warmduschern eben. Alternativ kann er mit einem Spiegel durch die Reinigungsöffnung den Himmel anpeilen. Bei mir geht das wegen eines Windleitbleches nur bedingt - deshalb der Gummiball.
Einen Schornstein auszubrennen ist eine ernste Sache. Sei froh, wenn das nicht erforderlich ist bzw. sehe zu, daß das nicht erforderlich wird. Der Schornstein kann dabei beschädigt werden. Es besteht auch Brandgefahr - vornehmlich durch Funkenflug. Wenn man schon die Wahl hat - was meistens nicht der Fall ist - sollte man sich einen Regentag auswählen. Schlußendlich ist es eine Riesensauerei. In Windrichtung sollte besser keine Wäsche draußen hängen...
Das von Dir beschriebene Ausgehen des Feuers und dessen Neuzünden mit einer Verpuffung ist nicht normal. Was schon mal passiert ist, daß auf Glut frisch aufgelegtes Holz erst einmal schwelt und dann mit einer kleinen Verpuffung in Flammen aufgeht. So etwas ist zwar nicht ideal, aber die Öfen müssen das aushalten. Möglicherweise reicht bei Dir der Schornsteinzug nicht aus. Der erforderliche Mindestunterdruck steht im Datenblatt des Ofens. Der Unterdruck des Schornsteins kann gemessen werden. Welche Höhe hat denn der Schornstein ab Ofenhöhe gemessen? Verlaufen die 3m Rohr zum Schornstein weitgehend senkrecht? Sollten die waagerecht sein, könnte das schon die Ursache sein.
Kohlendioxid (CO2) ist nicht entzündlich. Das ist eins der Verbrennungsendprodukte und btw der böse Klimakiller... Kohlenmonoxid (CO) ist brennbar und entsteht als wesentlicher brennbarer Bestandteil bei der Holzvergasung. Zu den brennbaren Gasen zählen außerdem noch Methan, Ethan und Wasserstoff. Alles zusammen verbrennt im wesentlichen zu CO2 und Wasser. Leider klappt das nicht immer zu 100%, so daß z.B. auch Ruß entsteht.
Zur Verbrennung von nicht immer superoptimalem Holz ist es vorteilhaft, wenn der Ofen sowohl einen Rost als auch die für Holz übliche obere Einspeisung der Verbrennungsluft hat und die Luftverteilung dazwischen einstellbar ist.
Allg. Feuerungstips:
Anheizen: Luft von unten, zusehen, daß es schnell ein starkes Feuer gibt, nicht drosseln.
Wenn starkes Glutbett vorhanden: Luft zu 100% von oben. Nach dem Auflegen zunächst nicht drosseln. Erst wenn die leicht flüchtigen Bestandteile des Holzes an den Oberflächen weitgehend verbrannt sind, kann man vorsichtig drosseln.
Wenn es keine großen gelben bzw. orangefarbenen Flammen mehr gibt: Starke Abdrosselung möglich. Falls erneut aufgelegt werden soll: Nicht zu lange warten, sonst verliert man wieder Wirkungsgrad und erzeugt unnötig Schadstoffe.
Ich will ja niemanden zu nahe treten, aber oft lassen sich Probleme mit der richtigen Heiztechnik vermeiden. Gleichzeitig schont man Ofen, Schornstein, Holzvorrat und Umwelt.
Wenn es gewünscht wird, kann ich noch zum Thema Kondensatbildung, Korrosion, Schornsteinversottung, Säuretaupunkt usw. predigen.
Gruß
Thomas